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Donnerstag, 12. November 2026 – 18:00 – 19:30
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

55 Jahre Vier-Mächte-Abkommen – Macht und Freiheit im geteilten Berlin

Hybrid
Diskussion

Auf dem Papier umfasst das am 3. September 1971 geschlossene Vier-Mächte-Abkommen über Berlin rund anderthalb Seiten plus Anlagen. Voraus gingen ihm lange Verhandlungen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion, in denen um Machtfragen und Formulierungen gerungen wurde.

Große Auswirkungen hatten die politischen Entscheidungen auf das Leben der Menschen in der geteilten Stadt, etwa auf Besuchsmöglichkeiten von Verwandten und Freunden, Ausbildungs- und Berufswege sowie auf die Versorgungslage.

Als die Bundesrepublik Deutschland 1955 ihre Souveränität wiedererlangte, blieb der Besatzungsstatus für West-Berlin erhalten. Die Bewegungsfreiheit der West-Berliner war deutlich eingeschränkt, was sich mit dem Mauerbau 1961 weiter verschärfte. Anders als die Bewohner Westdeutschlands hatten sie fast keine Möglichkeit mehr, den Ostteil der Stadt zu betreten.

Das Berlin-Abkommen regelte den zivilen Personen- und Güterverkehr zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland. Es ebnete im selben Jahr den Weg für das Transitabkommen, welches Reiseerleichterungen für die rund zwei Millionen Einwohner West-Berlins brachte. Zudem enthielt das Vier-Mächte-Abkommen Bestimmungen zum Umgang der Alliierten miteinander.

In der Veranstaltung wird das Abkommen von Historikerseite wissenschaftlich eingeordnet und Zeitzeugen sprechen über ihre ganz persönlichen Erfahrungen von Freiheit und Unfreiheit im Berlin der frühen 1970er-Jahre. Welche Sachverhalte wurden im Abkommen geregelt und welche Fragen blieben – bewusst oder unbewusst – offen? Welche Veränderungen brachte es für die (West-)Berliner Bevölkerung, insbesondere im Hinblick auf die Bewegungsfreiheit? Wie wurden die Regelungen durch die östliche Seite ausgelegt und angewendet? Inwieweit konnte die Vereinbarung zur Entspannung des Ost-West-Konfliktes beitragen? Und was kann aus dem Berlin-Abkommen für heutige machtpolitische Konflikte abgeleitet werden?

Eintritt frei. Einlass ab 17:30.

Ort:
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Kronenstraße 5
10117 Berlin

Informationen zur Barrierefreiheit: https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/veranstaltungen/barrierefrei