Zwischen zwei Diktaturen: Erinnerung, Verantwortung und Freiheit
Mit Prof. Boris Sabarko und Prof. Irina Scherbakowa begegnen sich zwei Persönlichkeiten, deren Biografien und jahrzehntelange Arbeit in besonderer Weise für historische Erinnerung, Menschenrechte und Zivilgesellschaft stehen.
Prof. Boris Sabarko ist Holocaust-Überlebender, Historiker, Präsident der Ukrainischen Vereinigung ehemaliger Ghetto- und KZ-Überlebender und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Als Kind überlebte er ein Ghetto in der Ukraine. Seit Jahrzehnten dokumentiert er die Shoah und bewahrt die Zeugnisse ihrer Überlebenden. Sabarko lebt weiterhin in Kyjiw. Vor einiger Zeit wurde seine Wohnung bei einem Raketenangriff beschädigt und er selbst verletzt. Dennoch setzt er seine Arbeit fort: Er veröffentlicht Bücher und Dokumentationen, spricht vor zahlreichen interessierten Gruppen und jungen Menschen und engagiert sich gemeinsam mit seinen Kollegen weiterhin für die Belange bedürftiger Überlebender und für seine Heimat, die Ukraine.
Prof. Irina Scherbakowa gehört zu den international bekanntesten Vertreterinnen von Memorial. Sie beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Aufarbeitung staatlicher Repression, historischer Erinnerung und Menschenrechten. Memorial wurde 2022 gemeinsam mit Ales Bialiatski und dem ukrainischen Center for Civil Liberties mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Scherbakowa und ihre Kollegen setzen sich heute unter anderem für politische Gefangene sowie für ukrainische Bürger ein, die sich in russischer Haft befinden.
Das Gespräch widmet sich den Erfahrungen der beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts – Nationalsozialismus und Stalinismus – und der Frage, welche Bedeutung diese Erfahrungen für unsere Gegenwart haben. Wie lässt sich Erinnerung bewahren, wenn die letzten Zeitzeugen verschwinden? Welche Verantwortung erwächst daraus für demokratische Gesellschaften? Und welche Rolle spielen historische Erinnerung, Menschenrechte und Zivilgesellschaft angesichts des heutigen russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine?
Die Veranstaltung steht zugleich im Zusammenhang mit einer sich entwickelnden Zusammenarbeit zwischen der Ukrainischen Vereinigung ehemaliger Ghetto- und KZ-Überlebender, Zukunft MEMORIAL, dem Freundeskreis Yad Vashem, dem Holocaust-Museum in Odessa und dem Blavatnik Archive. Zu den gemeinsamen Vorhaben gehört auch die Digitalisierung und langfristige Sicherung der Sammlung des Holocaust-Museums in Odessa.
Moderation
German Moyzhes, Jurist und Geschäftsführer (i.V.) von Kahal Adass Jisroel e.V.
Veranstaltungsseite / Anmeldung
https://zukunft-memorial.org/veranstaltungen/index
Kontakt für Anmeldung und Rückfragen
info@zukunft-memorial.org
Veranstaltungsort
Zukunft MEMORIAL e.V. / c/o Körber-Stiftung
Pariser Platz 4a
10117 Berlin
Barrierefreiheit: Barrierefrei.
Hauptveranstalter:
Zukunft MEMORIAL e.V.
Mit freundlicher Unterstützung von
Kahal Adass Jisroel e.V.
Berliner Sparkasse